Kriegstüchtig oder friedensfähig? Zur Aufrüstungswelle in Europa
Utopia(s) Conversations on a Convivial Society for All
Podiumsgespräch mit
Prof. Dr. Johannes Varwick, Internationale Beziehungen und europäische Politik, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Deutschland, und
Prof. i.R. Dr. Werner Wintersteiner, Centre for Peace Research and Peace Education, Universität Klagenfurt, Österreich,
moderiert von
Josef Mühlbauer, MA, Institut für Rechtswissenschaftliche Grundlagen, Universität Graz, Österreich
In Zusammenarbeit mit FriedensAttac, Attac Österreich
Montag, 27. April 2026, 19:00
Das Freie Wort, Rögergasse 24-26/2/4-6, 1090 Wien
Johannes Varwick hat eben ein Buch unter dem Titel “Stark für den Frieden” veröffentlicht (link). Darin kritisiert er den Alarmismus, der die gegenwärtige Aufrüstung begleitet, der aber durch keine Bedrohungsanalysen legitimiert werden könne. Als Alternative entwickelt er das Konzept einer rationalen Sicherheitspolitik in Deutschland: “An deren erster Stelle muss eine Politik des Interessenausgleichs, der diplomatischen Tugenden, der Verlässlichkeit und der Rüstungskontrolle stehen”.
Werner Wintersteiner hat nicht nur die Leitlinie für eine “Friedensrepublik Österreich im Heimatland Erde” entworfen (link) – der Begriff “Heimatland Erde” geht auf den französischen Philosophen und Soziologen Edgar Morin zurück – und den Thirring-Plan “Mehr Sicherheit ohne Waffen” aus dem Kalten Krieg für das neutrale Österreich wieder ins Spiel gebracht (link). Er schreibt auch über eine “Letzte Chance für Europa?”, in der sich das Schicksal der EU wie der Weltgemeinschaft entscheiden könnte (link).
Die Veranstaltung wird aufgezeichnet, das Video ist dann auf unserer Website unter “Videos” abrufbar.
[Bild: 1842 painting Curtius Leaping into the Gulf by the British artist Benjamin Robert Haydon. https://artuk.org/discover/artworks/curtius-leaping-into-the-gulf-95609.Antonio Draghi, 1634 – 1700, zählt zu den fruchtbarsten Komponisten der venezianischen Barockoper in Wien. Das Institut für Alte Musik an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien zeigte am 21.03.2026 einen Ausschnitt aus seinem Schaffen. Im Programm steht: “In dem 1676 entstandenen Werk L’Ore Postmeridiane di Parnasso begegnen wir einer Szene von außergewöhnlicher dramatischer Dichte. Eine Frau entlässt ihren geliebten Krieger in den Kampf, nicht mit bloßer Zärtlichkeit, sondern mit moralischer Forderung: Sie knüpft ihre Liebe ausdrücklich an die Liebe zum Vaterland und erklärt, seinen Tod lieber hinnehmen zu wollen als seine Niederlage zu sehen. Heroische Pflichtethik und höfische Liebeskonzeption erscheinen als untrennbare Einheit. Die Figur der Euterpe kommentiert diese Haltung mit dem Mythos des Marcus Curtius, der sich in Rom freiwillig in einen Abgrund stürzte, um die Stadt zuretten.”
Wikipedia schreibt über den Mythos: “Nach Livius soll im Jahr 362 v. Chr. durch ein starkes Erdbeben oder durch eine andere Kraft ein breiter und tiefer Spalt inmitten des Forums aufgebrochen sein. Der Spalt war bei aller Mühe nicht aufzufüllen. Schließlich verkündeten Auguren, man müsse an jener Stelle das, wovon die Macht Roms am meisten abhänge, opfern. Marcus Curtius, ein Soldat aus noblem Hause, meinte nun, darunter seien Tapferkeit und Mut eines römischen Soldaten zu verstehen, und weihte sich selbst in einer Devotio als Opfer. Er stürzte sich mit Pferd und Waffen in die Tiefe. Die Menge der Männer und Frauen warf Gaben und Früchte über ihn. Kaum war dies geschehen, schloss sich der Erdspalt. Doch dann öffnete dieser sich wieder.”]


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