Konvivialismus oder Barbarei – Ein Weckruf für eine gemeinsame Menschheit

Der großartige Edgar Morin, Philosoph und Soziologe aus Frankreich – der noch vor der Jahrtausendwende den Begriff “Terre-patrie” (“Heimatland Erde”) geprägt hat, was viel später in Österreich zu einer Kampagne für eine planetare Solidarität geführt hat, an der wir vom GSIS Institute schon beteiligt waren –, zählte auch zu den anfänglich rund vierzig hauptsächlich französisch-sprachigen Intellektuellen und Autorinnen, die nach zwei Jahren Diskussion 2014 “Das konvivialistische Manifest” für eine neue Kunst des Zusammenlebens präsentierten. 2020 wurde “Das zweite konvivialistische Manifest” für eine post-neoliberale Welt veröffentlicht, und 2025 erschien eine neues Manifest auf Französisch unter dem Titel “Convivialisme ou barbarie”, zu dem sich über 300 Personen bekennen.

Es war uns eine Ehre, dieses dritte Manifest in deutscher Sprache herauszugeben. Wir starteten dazu letztes Jahr ein Projekt mit Wolfgang Hofkirchner, Werner Wintersteiner und Wilfried Graf. Nun ist das Rohmanuskript fertiggestellt und dem Verlag übergeben worden. Dies ist die erste Ankündigung. Genauso wie die beiden anderen Ausgaben wird die neue Ausgabe open access sein.

Morin geht es um eine gemeinsame Menschheit. Objektiv ist sie eine Schicksalsgemeinschaft, das heißt, die Menschheit ist auf Gedeih und Verderb miteinander verbunden. Damit sie eine gemeinsame Zukunft hat, muss sie als ein kollektives Subjekt die richtigen Entscheidungen treffen. Die neoliberale Atomisierung der Gesellschaften und deren Rückfall in den Autoritarismus führen aber in die Barbarei, sie kann den Untergang der Menschheit bedeuten. Das ist die Botschaft des neuen Manifests, und in 5 Kapiteln macht es Vorschläge, wie wir mit den Herausforderungen umgehen können.

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